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CESARE
PAVESE
und sein Piemont
Eine
kulturelle Spurensuche

Literarischer Abend
mit
piemontesischen Kostproben
Trautsongasse 2
1080 Wien
mit der Unterstützung der
Fondazione Cesare
Pavese
in Zusammenarbeit mit:
Società
Dante Alighieri Wien
Associazione
Raabe Roma
Programm:
Begrüßung durch Prof. Alfred Noe
Einführung von Prof. Birgit Wagner
Lesungen auf Deutsch und Italienisch
unter der künstlerischen Leitung
von Monica Giovinazzi
mit Bettina Rossbacher
Spezialitäten aus der Region Piemont
und erlesenen piemontesischen Weinen und Grappa
in Zusammenarbeit mit

Eintritt: 15 €
Der ständige aber nicht sehr vielfältige
Reisefluss von Österreich nach Italien führt die Touristen vor allem
an die Strände, in die Thermalbäder und in die kunstgeschichtlich
berühmten Städte des Landes. Aus dieser Feststellung heraus
entsprang unsere Idee, Reiserouten vorzuschlagen, in deren Zentrum
jeweils ein Schriftsteller und seine Heimat stehen.
Den virtuellen Reisenden wird somit die Möglichkeit geboten, sich
mit einem bedeutenden italienischen Schriftsteller intensiv
auseinander zu setzen, in seinen Werken seinen künstlerischen und
persönlichen Bezug zu seiner Heimat aufzuspüren und so einen
umfassenden Blick auf die italienische Kulturlandschaft zu werfen.
Um auch der Vorliebe der Österreicher für die italienische Küche
Rechnung zu tragen, die jenseits ihrer Grenzen naturgemäß nicht in
allen ihren Facetten und Traditionen bekannt sein kann, haben wir
als weiteren Schritt zum tieferen Verständnis regionaler Gebräuche
auch die Verkostung von Spezialitäten der Heimat des jeweiligen
Autors vorgesehen: Speziell zusammengestellte Menüs begleitet von
typischen Weinen stehen daher zusätzlich auf dem Programm.
Der Einstieg in unser bodenständiges und gleichzeitig von der
Literatur beflügeltes virtuelles Reiseprogramm erfolgt in
Zusammenarbeit mit der Società Dante Alighieri am 7. November 2008,
18 Uhr.
Die Stätten von Cesare Pavese
Wir beginnen mit Cesare Pavese, stellen seinen Roman Paesi tuoi an
den Anfang unserer Reise, folgen sodann dem unerschöpflichen Fluss
seiner Tagebücher Il mestiere di vivere, machen Halt im Heideland
seiner Erzählungen La bella estate, ersteigen den Berg seiner
philosophischen Schrift Dialoghi con Leucò und fühlen die
Todesahnung in seinem Roman La luna e il falò.
“Nell’inquietudine e nello sforzo di scrivere, ciò che sostiene è
la certezza che nella pagina resta qualcosa di non detto.” 4
maggio 1942
„In seiner Unruhe und in seinen Bemühungen wird der Schreibende von
der Überzeugung getragen, dass auf jeder Seite etwas unausgesprochen
bleibt.“ 4. Mai 1942
Dieser Satz aus Paveses Il mestiere di vivere inspiriert und leitet
unser Vorhaben. Denn, was unausgesprochen bleibt, gibt einem
literarischen Werk und seiner Übersetzung erst seine
Allgemeingültigkeit. Und wer sich auf eine Dichtung einlässt und sie
aus seiner Einfühlung heraus übersetzt, wird zum Vermittler für den
Leser. Im Text aber, zwischen den Wörtern, gebieten mit Präzision
gewählte Absätze und mit Überlegung gesetzte Beistriche Einhalt:
Augenblicke der Stille, in denen so mancher Gedanke um sich greift.
Um dem Text in seiner Gesamtheit gerecht zu werden, muss man ihn
laut vortragen, sollte dabei aber nicht eine perfekte Rezitation
sondern eine vorgetragene Meditation wählen, die den Zuhörenden
nicht ein Zitat oder ein Gedicht, sondern den Autor in seiner
Gesamtheit näher bringt. Dazu ist es erforderlich, eine Textstelle
in Originalsprache vorzutragen, um Klang, Alliterationen und
Rhythmus zu veranschaulichen,
Anche tu sei collina, tu sei come una terra
Auch du bist Hügel, bist wie die Erde
um – wie hier etwa – die lebhafte und gleichzeitig knappe Sprache
der nach wie vor rätselhaften Dialoghi con Leucò (Dialoge mit Leucò)
zu Gehör zu bringen.
Was notgedrungen in der Übersetzung verloren geht, kann durch eine
multimediale Darstellung zumindest teilweise zurück gewonnen werden.
Daher wird ein zweisprachiger Text vorgelegt, mit dessen Hilfe die
Zuhörenden dem Vortrag müheloser folgen können. Ebenso ist für
einige Passagen aus Il mestiere di vivere und La bella estate eine
Lesung in Original und in Übersetzung vorgesehen. Schließlich soll
durch die Projektion einer neuen Übersetzung einiger Gedichte und
die entsprechenden sprachlichen Erläuterungen den deutschsprachigen
Zuhörern die dichterische Ruhelosigkeit, die Paveses Werken zu
Grunde liegt, intensiver näher gebracht werden, als dies durch eine
unkommentierte Übersetzung geschehen kann. Wobei freilich nur das,
was unausgesprochen bleibt, um Pavese selbst noch einmal zu Wort
kommen zu lassen, recht eigentlich die sprachlichen Grenzen
überwinden kann.
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Unsere Adresse:
Neustiftgasse 31
1070 Wien
Tel.:06644888014
E-mail:info@rotehaare.at |
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Cesare Pavese
(* 09.09.1908 – † 27.08.1950)
Cesare
Pavese wurde am 9.9.1908 in Santo Stefano Belbo (Italien) geboren
und starb am 27.8.1950 in Turin. Er zählt zu den bedeutendsten
italienischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts.
Pavese studierte Literaturgeschichte in Turin und promovierte dort
mit einer Arbeit über den US-amerikanischen Dichter Walt Whitman.
Als Übersetzer übertrug er Werke von Herman Melville, James Joyce,
Daniel Defoe, John Dos Passos, William Faulkner sowie Charles
Dickens ins Italienische.
1935 - unter der Diktatur Mussolinis - verhaftete man Pavese und
verbannte ihn für acht Monate nach Kalabrien. Seine 1928 bis 1935
verfassten Gedichte erschienen im Jahre 1936 unter dem Titel
"Lavorare stanca". Er begann das Führen eines Tagebuches, das er bis
zu seinem Tod fortsetzte. Es erschien 1952 unter dem Titel "Das
Handwerk des Lebens".
In der Zeit des 2. Weltkrieges zog sich Pavese auf das Land zurück,
1945 trat er in die PCI, die kommunistische Partei Italiens, ein. In
den Jahren 1947 und 1950 gewann er den Literaturpreis Premio Strega,
zuerst für "Il compagno" und dann für "Junger Mond".
Am 26. August 1950 verübte Pavese in seinem Turiner Hotelzimmer
Suizid. Auf seinem Nachttisch lag ein Exemplar seines Werkes
"Gespräche mit Leuko" (I dialoghi con Leucò)...
Ausgewählte Werke
Der Genosse (Il compagno, 1946)
Junger Mond (La luna e i falò, 1950)
Der schöne Sommer (La bella estate, 1949)
Das Handwerk des Lebens (Il mestiere di vivere, 1952)
Gespräche mit Leuko (I dialoghi con Leucò, 1947)
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