RoteHaare   Kulturzentrum RoteHaare (Wien)

 
 
                 
 

M.lle Camille
Eine Produktion RaabeArt Rom
Von und mit Monica Giovinazzi und Eugenia Benelli
Theatralische Dokumentation - Performance - Mobile Installation
 

 
           
 
 
          RoteHaare Kulturverein
Neustiftgasse 31, 1070 Wien
Karten und Reservierungen:
(um Reservierung wird gebeten)
tel.
06644888014
email: info@rotehaare.at
Eintritt 10 €
 
Unsere Adresse:
Neustiftgasse 31
1070 Wien
Tel.:06644888014
E-mail:info@rotehaare.at 
 

M.lle Camille – La Valse

Das Leben der französischen Bildhauerin Camille Claudel ist in zwei Abschnitte geteilt. Der erste Teil endet am 10. März 1913, mit der Einweisung in eine Irrenanstalt. Der zweite Teil findet mit ihrem Tode, am 19. Oktober 1943, sein Ende. Während des ersten Abschnitts wird sie sich mit all ihren Kräften der Kunst widmen, im zweiten Teil, der dreißig Jahre lang andauert, wird sie nicht mehr bildhauern.
Was wird aus ihrer Kunst und aus der Energie die zur Entstehung ihrer Werke geführt hatte? Was bleibt von ihrem Meisterwerk „La Valse“?

Die Performance spielt sich in zwei Räumen ab, einer schwarz, der andere weiß.
Der schwarze Raum ist lebhaft, voller Bewegung und durchzogen von verschiedenen Rhythmen und Wörtern, von Stimme und Licht. Die Performerin bewegt sich im Raum und ist kreativ. Es wirkt eine große Stille, die Gefühle entflammen und ersticken, der Raum verändert sich ständig unter den Augen der Zuschauer, die Bühne ist nackt, ohne Vorhang und ohne bestimmte Regelung.
Die Performerin hinterlässt viele Lebensspuren, das Publikum wird dynamisch miteinbezogen, muss näher zur Szene rücken oder davon Abstand nehmen, muss stehen, hat es nicht bequem und muss sich hin und her bewegen um die Aktion verfolgen zu können, kann zuhören oder den Blick auch woanders hinrichten.
Das weiße Zimmer ist genau das Gegenteil. Es wird durch genaue Regeln bestimmt, die der Struktur des Gewandes der „Valse“ entnommen sind, es ist geordnet, gemessen und präzise berechnet. Die Bewegungen der Performerin sind bis ins Detail festgelegt und auf Basis einer genauen Partitur aufgezeichnet, um die hypothetischen Bewegungen der Drapierung des Kleides der Valse wiederzugeben. Die Aktion ist präzise und aseptisch. Das Publikum ist in der Rauminstallation integriert und sitzt bequem. Die Performance wird immer gleich präsentiert. Alles ist still.
Von der Decke gleiten störende Elemente die versuchen, diese Reinheit zu unterbrechen: vergebliche Bemühungen und Bitten die aber unbeachtet bleiben werden.

Zwischen den beiden Räumen ist ein Durchgang, ein Osculum: gleichzeitig Eingang und Ausgang. Ein Niemandsland, und gerade als solches, ein Ort der Ohnmacht und der Unvermeidlichkeit des Schicksals, wie ein Mund der verschlingt, offen und stumm oder geschlossen und schreiend.
Angstvoller Oxymoron einer Frau aus dem Fin de Siècle die von der Gesellschaft ausgeschlossen wird weil sie nicht etikettierbar ist.


Bilder von der Wiener Aufführung

Die theatralische Dokumentation


Die theatralische Dokumentation widmet sich KünstlerInnen, die vergessen zu sein scheinen oder in Klischees gefangen sind. Ihnen soll wieder neues Interesse verliehen werden.

"Es ist für mich die beste Art und Weise, KünstlerInnen wie Camille Claudel oder Paula Modersohn-Becker in ihrer Gesamtheit vorzustellen und sowohl die Formen ihrer Kunst als auch Informationen über ihre Biographie angemessen wiederzugeben.
Die theatralische Dokumentation ist für mich die bevorzugte Art der Recherche und gleichzeitig der ideale Raum für eine Vergegenwärtigung von Intuitionen und Spuren, die für die Nachwelt hinterlassen wurden.
Ich bin skeptisch gegenüber pseudo-biographischen und emotional-psychologischen Wiedergaben des Werkes oder biographischen Kuriositäten von Künstlerinnen, denn eine theatralische Dokumentation sollte keine Stellung beziehen und auch nicht forciert interpretieren.
Sie sollte vielmehr gewisse, überlegte Anregungen geben, die sich aus einer intensiven Untersuchung des ganzen verfügbaren Materials ergeben.
Daraus entstehen dann offene Verbindungen oder Assoziationen, die Zweifel oder Neugier erwecken, zu Fragen führen und nicht allzu banale Antworten liefern.“

(Monica Giovinazzi)
 
 



 

 
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