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June 21, 2016

 

„La Trilogia di Eschilo“: Ein Theaterworkshop der Superlative im malerischen italienischen Ambiente (Sezze, 2015)

Das „Casale di Suso“, ein wunderschönes Landhaus inmitten eines terrassenförmig angelegten Gartens mit Blick in die hügelige Landschaft: Es war der Ort unseres Theaterworkshops im Sommer 2015, südlich von Rom, in Sezze. Unser Thema: Die griechische Tragödie. Unsere Aufgabe: Innerhalb einer Woche einige Szenen aus der Trilogie von Aischylos einzustudieren und aufzuführen. Wir: 9 Personen, der Jüngste: 40 Jahre alt, die Älteste: 62 Jahre, aus Österreich, Deutschland und Italien kommend – alle neugierig. Uns begleitend: Monica, unsere Theater-Prinzipalin.

Intensiver kann eine Woche nicht sein, denke ich mir heute noch, weil wir von früh bis spät mit den unterschiedlichsten Aktivitäten beschäftigt waren: Besprechen, Einstudieren und Ausprobieren der einzelnen Szenen, aber auch Erarbeiten der Chorszenen - bis hin zum Herstellen tönernen Schmucks für die Aufführung. Und dann noch das Aussuchen und Zusammenstellen der Requisiten, zudem haben wir auch das Terrain für die Aufführung ausgesucht und vorbereitet. Inmitten von all dem immer Monica: Sie hat uns ihre Vorstellungen vermittelt, uns mit Ihrer Ruhe, aber auch Leidenschaft für Bewegung, Stimme und Texte begleitet „Man sollte den Rythmus des Sprechens und der Bewegung zusammenflechten. Besonders wenn man die griechische Tragödie auf die Bühne bringen will“ sagt Monica. Ich habe in dieser Woche viel über meine Stimme gelernt und über meine Emotionen, beide stehen ja in enger „Zusammenarbeit“. Monica, die „Stimm-Experimentalistin“ hat mir das bewusst gemacht, eine wichtige Erfahrung für mich, da ich ja als Lehrerin an einer Unviersität arbeite und meine Stimme Teil meiner Profession ist.

Zum „kulturellen Italien“ gehören immer auch die stilvollen Mahlzeiten. Die muss man einfach genießen. Allora! - Der Tag begann mit einem wärmenden, genussvoll geschlürften Morgen-Cappuccio auf der Terrasse das Casale di Suso . Mittags und abends haben wir – abwechselnd - gekocht, zum Essen saßen wir dann an einer langen Tafel, mit Wein – und abends – auch mit Kerzen. Es wurde viel geredet, aber auch gesungen. Und immer, wenn Lob über die Speisen aufkam, folgte prompt der Satz der jeweiligen Köche: „Aber das ist doch gar nichts Besonderes“.

Inmitten all unserer Aktivitäten sind wir dann auch zu einem naheliegenden Kloster gefahren, das traurige Berühmtheit erlangt hat: Thomas von Aquin ist dort einst auf der Durchreise verstorben.

Es war ein intensiver Tagesablauf, es war ein Miteinander in einer großartigen Gruppe von Menschen. Auf Phasen der Konzentration und Anstrengung folgten immer auch Momente des Genießens und des sich Entspannens. Und bisweilen hat sich ein von mir stark gefühltes „Schweben“ eingestellt, das mit einem unendlich großen Freiraum, ja, mit einem intensiven Freiheits-Empfinden verbunden war.

Gegen Ende der Woche wuchs ein wenig die Anspannung: Wir wussten ja, dass der Höhepunkt des Theaterworkshops die Schluss-Performance vor Publikum sein würde, im riesigen Areal von Garten und umliegenden Ländreien.

Meine Angst davor, den Text im entscheidenden Moment nicht mehr zu wissen, also ein Blackout zu haben, war groß. Umso erhebender war dann das Gefühl während der Aufführung: Ich war nicht allein, sondern gefühlter Teil der Gruppe. Dieses Gemeinschaftsgefühl war für mich wohl das Schönste an der Performance, wie auch danach das Gefühl der Erleichterung und das Wissen, an der Erfahrung gewachsen zu sein und die Situation gemeistert zu haben. Monica hat uns geführt – auch das Publikum ist mitgegangen.

Und zu Guter Letzt, am Ende unseres Theaterworkshops: Ein gemeinsames Abendessen mit unseren Zuschauern, die als Eintritt Köstlichkeiten mitgebracht und auf einer langen Tafel auf der Terrasse angerichtet hatten. Wir haben noch bis tief in die Nacht geplaudert, gelacht und haben die Woche genüsslich Revue passieren lassen.

Am nächsten Morgen war es nach vielen innigen Umarmungen dann aber doch an der Zeit nach Hause zu fahren, allerdings mit dem brennenden Wunsch nach einem baldigen Wiedersehen.

 

Danke, Monica – Dank an all meine FreundInnen!

 

Rena

 

 

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